
Wenn man einmal eine gewisse Anzahl von Jahren angesammelt hat, dann schaut man sich in den Spiegel und stellt fest – man sieht noch ganz passabel aus, fühlt sich jung und dynamisch, hat manchmal die Gefühle eines Teenagers und muss doch akzeptieren, dass man langsam in das Fach der reifen Frau wechseln sollte.
Sollte man wirklich?
Muss man zur Oma mutieren, wenn man in Wirklichkeit total „unter Strom“ steht?
Müssen Frauen sich der Zeit beugen und Dinge tun, die ihnen zuwider sind, nur weil sie sich sonst lächerlich machen?
Männer haben diese Probleme nicht und sie denken gar nicht darüber nach. Sie werden „reifer“ oder „begehrenswerter“.
Dabei ist es die biologische Uhr der Herren der Schöpfung, die Anlass zur Sorge geben sollte und nicht die der Damen. Schließlich beginnt der männliche Körper ab einem gewissen Alter „Ausfallserscheinungen“ zu zeigen und nicht der von uns Frauen. Unsere Wechseljahre mögen zu Schweißausbrüchen und Emotionsschwankungen führen – die kann man aber kaschieren. Anders bei den lieben Männern – da kann nur der Arzt oder Apotheker helfen…..
Trotzdem fühlen haben wir Probleme mit unseren Jahren. Warum?
Weil wir so aufgewachsen sind!
Wir sind von Müttern erzogen worden, für die die „Golden Girls“ frech und rebellisch rüberkamen. Wo offene Gespräche zwischen Mutter und Tochter eher peinlich waren und es galt, dass Frau Mann glücklich zu machen hat.
Heute läuft der Hase anders. Blanche von den goldenen Mädels von einst könnte glatt als Mutter von Samantha Jones in „Sex and the City“ durchgehen. Eine Merryl Streep spielt junge Mädels an die Wand, und von Nena oder Madonna wollen wir gar nicht reden.
Wir reifen Mädels sind auf der Überholspur. Vielleicht sind wir auf dem Weg, eines Tages über „die alten Knacker“ Witze zu reissen und uns nette Toy-Boys zu angeln. Why not?
Ok, übertreiben wir nicht. Aber trotzdem sollten wir schön selbstbewusst sein. Wir müssen nicht wie unsere eigenen Mütter oder Großmütter daherkommen. Auch wenn wir nicht über das Budget von Hollywood-Diven verfügen und sparen müssen. Es liegt an uns, so zu leben, wie wir uns fühlen.
„18 till I die“ – ein Supersong! Und warum sich für eine solche Einstellung schämen? Zum rasten und ruhen haben wir Zeit genug, wenn wir in der „für immer-Hapfen“ platziert werden.
Bis dahin haben wir freie Fahrt, meine Damen.
Wenn wir glücklich und zufrieden sind, brauchen wir keine Kosmetikerin und glückliche Gesichter sehen jung und frisch aus. Tatsächlich. Nur nicht verkniffen und verbittert sein – das haut uns glatt fünf Jahre drauf!
Und rein in lässige Klamotten – die kosten auch nicht mehr als die „Lady-Couture“ und lässt uns gleich viel jünger fühlen. Paar Kilos zuviel? Bitte schaut einmal auf die adiposen Teenies – bauch- und schamfrei trampeln somanche superjungen Dämchen auf den Straßen herum und haben keinerlei Probleme damit. Da sollen wir uns stressen?
Wenn wir uns richtig gut und selbstbewusst fühlen, dann wird uns auch unsere Umwelt anders gegenüber treten – Ehrenwort.
Und noch eines sollten wir uns zu Herzen nehmen, was wir für einen „Holler“ von unseren Müttern und Großmüttern mit auf den Weg bekommen haben: wir müssen nicht unser einziges Streben darauf konzentrieren, die Männer in unserem Leben zufriedenzustellen! Sie glücklich machen – ja, das ist voll ok – aber das geht nur als win-win Situation.
Wenn uns die Jungs glücklich machen, können wir sie glücklich machen – nur so geht es. Speziell im Schlafgemach sollte es ausgewogen zugehen.
Wie oft hört Frau so einen tollen Spruch aus Männermund „die schaut drein, wie a unbefriedigte alte Jungfer“ – recht habe sie, die Kerle. Weil eine unbefriedigte Anima auch nach aussen sichtbar ist. Wir sind nicht ganz im hormonellen Gleichklang mit uns selbst.
Das kann auch so sein, wenn wir einen Herrn der Schöpfung zur Ausübung des Geschlechtsverkehres zur Verfügung haben. Wie viele Frauen haben nicht einmal mehr Lust, mit ihrem Liebsten in die Kiste zu springen, weil es ihnen nix bringt?
Das haben wir von Mutti oder Omi gelernt und Gott sei Dank sind diese Zeiten passe! Wir dürfen auch Lust haben und Wünsche haben – nicht nur unsere Partner. Und das kommt denen auch mehr zugute, als noble Zurückhaltung, was das eigene Begehr betrifft.
Ich habe – Dank meiner Erziehung auch lange gebraucht, zu wissen, dass auch ich im Bett zähle. Meinen Ex habe ich durch depperte und verschrobene Lehrmeinungen zum Abtörner schlechthin erzogen. Wie? Na ganz einfach: der Kerl war schrecklich im Bett und wollte ständig wissen, ob er „eh gut ist“. Nun war mir eingetrichtert worden, dass die männlichen Genitalen sehr empfindlich auf Kritik reagieren, und man tunlichst nur Lob auszusprechen habe, um diese heiklen Körperteile bei bester seelischer Gesundheit zu erhalten – alles andere käme dann von selbst. Gekommen ist nur er – jahrelang! Nur mit dem großen Erfolg, dass sich der vielgelobte bald als Superhengst fühlte und mir zum Heulen war. Mit der Zeit fand ich alle möglichen Ausreden, um den unerfreulichen Tätigkeiten tunlichst auszweichen und handelte mir dann auch postwendend den Tadel von meinem Ex-Gruselhengst ein, frigide und sexuell total abweisend zu sein. Na bravo!
Da pfeif ich doch drauf.
Nun, ich hatte großes Glück und nun einen Lottosechser als neuen Partner gefunden. Ich denke aber, das war nur möglich, weil ich mir selber erlaubt habe, ganz Frau zu sein und auf den ganzen Schwachsinn von Wegen Alter und so weiter gepfiffen habe. Here I am!
Achtung, Mädels – es geht auch anders! Wir wollen – wie es Sam Jones in SatC so treffend formuliert: „wir sind schön und fabelhaft“. Und wir haben was auf dem Kasten. Wir haben Erfahrung und wir haben noch so viel vor.